Blogevent: "Zeigt her eure Messer"

Bei diesem Blogevent musste ich einfach mitmachen, da es mir als ich von zu hause auszog genau so ging.
Jahrelang habe ich mich in der Küche meiner Mutter über die Messer geärgert als ich ihr beim Kochen half.
Die Übeltäter habe ich hier nochmal fotografiert (zum Teil vegetieren sie immer noch in den Schubladen herum, obwohl ich ihr zu Weihnachten meinen Messerfavoriten geschenkt habe. Aber dazu später mehr.) um daran zu erklären was für mich zwei wichtige Dinge sind, auf die ich seither achte. Die folgenden Überlegungen habe ich (für mich) für mein Hauptküchenmesser gemacht (welches zum Zwiebelschneiden, Schokolade und Nüsse hacken, Kräuterhacken oder auch zum Zerteilen großer Gemüseteile wie hartem Kürbis eingesetzt werden sollte.)

Erstens sollte der Griffe unbedingt höher sein als die Klinge, sodass wenn man diese hinunterdrückt die Finger immer noch Platz unter dem Griff haben. Ich habe mir nämlich angewöhnt beim Schneiden eine Art Wiegebewegung zu machen. Mit manchen Messern ist dies einfach nicht möglich, man würde sich die Finger zerquetschen. Schneiden kann man damit nur, wenn man es von vorne nach hinten zieht und den Griff gar nicht nach unten drückt. Fürs Schokoladehacken fällt es aber damit aus, außer man versucht sich an der Tischkante, damit die Finger Platz nach unten haben, was auf Dauer aber ungemein lästig ist.


Gut. Hier zwei Kandidaten die daheim noch verfügbar waren.
Sie erfüllt schon mal das Kriterium von oben, aber die Klinge ist wie man sehen kann nicht bis zum Ende durchgeschliffen bzw. endet der Griff so weit unten. Das ergibt das Problem, dass man beim Hacken bzw. meiner Wiegetechnik nicht auf der ganzen Klinge ganz aufs Brett kommt. Das ergibt dann immer dieses ärgerliche Ergebnis, dass die einzelnen Würfelchen noch an einem Band zusammenhängen weil sie nicht bis ganz nach unten durchgeschnitten wurden. Die Lage verschlimmert sich je älter und damit öfter das Messer geschliffen wurde. Es ergibt sich ein richtiger Bogen und der hinterste, ungeschliffene Teil der Klinge ist einfach höher, sodass die richtige Klinge nicht mehr ganz auf Brett kommt.
Abgesehen davon war der Griff nicht zu ertragen, nach langem Schneiden hatte ich immer einen Krampf in der Hand.
Gottseidank bin ich ausgezogen ;) . Und das sind die Messer die es jetzt bei mir gibt:


Die beiden Zwillingmesser (die mit dem roten Punkt)habe ich geschenkt bekommen und Gottseidank hat das Große alle oben genannten Kriterien erfüllt. Wobei eigentlich habe ich es abgekauft, um ein paar Cent denn Messer darf man ja nicht schenken, dass zerschneidet die Freundschaft und ich wollte da nix falsch machen ;).
Hier kann man schön sehen, dass die Klinge bis hinten durch geschliffen ist. Platz für die Finger gibt es auch genug.

Mit diesem Messer schneide ich jetzt glaub 2 Jahre und das wirklich gern. Es wurde noch nie nachgeschliffen aber ist verdammt scharf. Das bekam ich gleich am Anfang zu spüren als ich mir damit durch den Fingernagel geschnitten habe. Aber das kann es immer noch... als ich es einmal benutzte um vom Brett das Schneidgut direkt in den Topf zu schieben und dann in einer Hand Messer und Brett halten wollte um umzurühren plumpste es mir runter zielgerade mit der Klinge auf meinen Großen Zehen. Socke glatter Schnitt. Zehennagel glatter Schnitt. Ein paar Blutstropfen sind geflossen. Aber ich habs ihm verziehen. :)

Auch das kleine Zwillingmesser schneidet sehr gut. Aber da find ich die Klingenform etwas komisch, ich glaube es ist ein Schälmesser. Da ja kein Platz für die Finger bleibt würde ich damit ja eher eine Ziehbewegung machen. Damit Kratzt man aber nur irre mit der Spitze am Brett herum... und um Gemüse zu schälen verwende ich immer einen Spar-Schäler, weshalb ich dieses Messer nicht wirklich oft verwende.

Der Griff steht über die Klinge vor.
Dann habe ich noch ein zweites großes Küchenmesser. Auch dieses bekam ich geschenkt. Ein schwarzes Keramikmesser. Wie man am Foto erkennt, erfüllt es meine erste Anforderung eigentlich nicht, aber ich verwende es trotzdem ab und zu. Es schneide auch sehr gut und wurde auch noch nie nachgeschliffen (wobei das ja bei Keramik glaub ich gar nicht geht). Klarer Nachteil bei Keramik ist einfach die der porösen Klinge. Ich muss gestehen, dass ich mit meiner nicht gerade nett umgegangen bin als ich damit von einem zusammengeeisten Crasheisblock Stücke abgestochen habe ist eben die Spitze verschwunden. Ich hab allerdings erlebt, dass einem Keramikmesser beim Kuchenaufschneiden die Spitze abgebrochen ist.

Was gibt es sonst noch so in meiner Küche: einen Brotsäbel von Justinus. Ich muss zugeben, dass ich ihn gar nicht so gerne verwende weil es sooo lang ist. Es eignet sich gut um von einem großen Wecken Scheiben abzuschneiden. Aber zum Weckerln aufschneiden verwende ich lieber meine Victorionox Messerchen mit Wellenschliff. 


Die sind , wie auch meine kleinen glatten Messer von Justinus, einfach ungemein praktisch wenn man mal eine Kiwi aufschneiden will oder ein Radieschen zur Jause und die dürfen auch in den Geschirrspüler. Die gewellten haben den Vorteil, dass man damit auch zum Beispiel Tomaten gut schneiden kann weil sie es schaffen die Schale anzuritzen und nicht darauf herumdrücken (weil die glatten ja nicht ganz so scharf sind).

  Zu guter Letzt gibt es noch zwei mit denen ich ungern Schneide. Sie haben beide eine gezackte Klinge und die lästige Eigenschaft, dass sie beim Schneiden abdriften. Ich weiß nicht ob das jemand von euch kennt. Aber man setzt gerade an und spürt geradezu wie es in eine Richtung zieht. Das Resultat sind nicht gleichmässig dicke Scheiben. Ein NO-GO! ;)

Wenn ich mir nur eines aussuchen dürfte wäre das das große Küchenmesser von Zwilling. Auf dem zweiten Platz wäre das kleine Victorionox. Bei denen ist es aber ganz praktisch mehrere zu haben weil ich diese eben auch in den Geschirrspüler gebe.
Auf drittem Platz dann wahrscheinlich doch das Brotmesser. Und dann wäre ich wohl doch schon recht zufrieden.

 Ach ja, was ich zum Schluss noch sagen will wenn du ein gutes Messer hast kauft dir auch ein gescheites Brett!!!
Es gibt nichts ärgerlicheres als auf einem mini-plastik Brettchen das dann vielleicht auch noch eine gewölbte Oberfläche hat was schneiden zu wollen. Meiner Meinung sollte das Brett mindestens so tief sein wie die Messerklinge.

In diesem Sinne fröhliches schnibbeln :)

Kommentare:

  1. vielen dank für den schönen beitrag.
    die zusammenfassung und auslosung des events, folgt bei mir im blog in ein paar tagen

    lg arne von the vegetarian diaries

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  2. Super Überblick über die ganzen Messerarten.
    Auch die kurze Beschreibung des Messers und Anleitung für welche Arbeit man welches Messer nehmen sollte, hilft definitiv weiter.
    Merci!

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